Glasstadt Zwiesel

Ein Biergarten soll helfen, das Grenzlandfest zu verschmerzen

Alle bayerischen Volksfeste fallen heuer der Corona-Pandemie zum Opfer. Das ist nicht nur für Festwirte und Schausteller schmerzlich, sondern auch für manchen Volksfest-Begeisterten. Am 11. Juli sollte eigentlich das Grenzlandfest in Zwiesel starten. Es ist noch nicht offiziell abgesagt, jedoch ist sicher, dass es nicht im gewohnten Rahmen stattfinden kann.

Nun hat aber Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger persönlich eine Idee veröffentlicht, die zu einer kleinen Volksfest-Alternative werden könnte. Er könne sich vorstellen, statt der Festzelte nur Biergärten zu betreiben. Biergarten-Betriebe seien ja inzwischen mit Auflagen wieder erlaubt, wobei keine Größenbegrenzung bestünde. „Dann ist Volksfest halt ohne Zelt, Barbetrieb und Gedränge, nur ein Biergarten mit Hintergrundmusik. Für viele vielleicht sogar angenehmer. Und Sonnenschirme schützen zudem vor einem kurzen Platzregen“ meinte der Wirtschaftsminister

Mit diesem Vorschlag rennt Aiwanger beim Zwieseler Bürgermeister Franz Xaver Steininger offene Türen ein. Dieser hatte sich mit einem Verzicht auf das Zwieseler Traditionsfest ohnehin noch nicht abgefunden. Die Zeit spielt für uns, meinte er von Anfang und sollte vielleicht Recht behalten. So trägt man sich im Zwieseler Rathaus mit dem Gedanken, zur Grenzlandfestzeit oder auch länger auf dem Festplatz einen Biergarten anzubieten, eventuell auch mit einigen Schaustellern.

Da die Zeit drängt, sucht man jetzt schon interessierte Gastronomen, die den Biergarten betreiben möchten, ohne dass die genauen Bedingungen von der Staatsregierung veröffentlicht sind und ohne dass sich der Grenzlandfestausschuss schon über das Projekt Gedanken gemacht hat. Gastwirte können sich ab sofort mit E-Mail unter poststelle@zwiesel.de bewerben. Es besteht auch die Möglichkeit, dass Wirte tageweise wechseln. Das gewohnte Rahmenprogramm des Grenzlandfestes wird es sicherlich nicht geben, Bürgermeister Franz Xaver Steiniger hofft aber, dass man trotzdem die eine oder andere Besonderheit bieten kann. Der Kreistag hat zumindest, wie es seit der Nachkriegszeit Tradition ist, seine Sitzung am Grenzlandfestmittwoch in Zwiesel terminiert.