Das „königliche“ Theresienthaler Museumsschlösschen

Im Theresienthaler Glaspark finden Sie ein besonderes Juwel edler Glas-Handwerkskunst. Es ist das romantische Theresienthaler Museumsschlösschen im Baustil des Historismus. Dieses private Glasmuseum der Firma Gangkofner OHG birgt eine der schönsten Glassammlungen weltweit. Es sind dies die prunkvollen Gläser der legendären „Königlich Bayerisch privilegierten Krystallglas-Fabrik“ Theresienthal (heute Kristallglasmanufaktur Theresienthal GmbH), die nie das Haus verlassen haben. Es war Seine Majestät König Ludwig I. der die erfolgreiche aus Prag stammende Glashändlerfamilie Steigerwald mit Handelssitz in Würzburg dazu veranlasste, in seinem schönen Bayernland eine Glashütte für Luxusglas nach böhmischem Vorbild zu errichten. Königin Therese gab der Glashütte ihren Namen.

Im Jahr 1836 stieg mit Franz Steigerwald im Bayerischen Wald ein neuer Stern am Glashimmel auf. Über das berühmte Glasmagazin in München lieferten die Brüder Steigerwald ihr Prunkglas in die ganze Welt. Von Anfang an hat das viel prämierte Luxusglas aus Theresienthal (Theresienthal ist ein Ortsteil von Zwiesel),für dessen Fertigung Franz Steigerwalds Bruder Wilhelm verantwortlich war, die Herzen von Kaiser und Königen erobert und selbst der Zar von Russland schätzte es sehr. Der Legende nach wurden Ende des 19. Jahrhunderts besonders filigrane Pokale von den Theresienthaler Glasmachern zu Fuß - über 1000 Kilometer weit - bis an den Zarenhof gebracht. Der Zar hat sich sogar Badewannen aus Glas in Theresienthal fertigen lassen. Das Lieblingsservice des Märchenkönigs Ludwig II., ein Weinservice aus Goldrubinglas, das unter den Nachfolgern der Steigerwalds, den Freiherrn Poschinger zu Theresienthal, hergestellt wurde, ist im Schlösschen ausgestellt und wird auch in der Kristallglasmanufaktur Theresienthal wieder produziert.

Vor rund 40 Jahren richtete Max Gangkofner, der Nachfolger des Glashüttenherrn Egon von Poschinger, für die prachtvollsten Glasobjekte aus alter Zeit im Erdgeschoß des Schlösschens ein beeindruckendes Glasmuseum ein. Ein Rundgang durch dieses Museum ist eine wunderbare Zeit- und Entdeckungsreise, insbesondere durch die erfolgreichen Stilepochen des Historismus, Jugendstils und Funktionalismus. Sie treffen hier auf das originale Design der fast schon legendären Künstlerin Henriette von Poschinger, der Tochter von Wilhelm Steigerwald, die von Franz von Lenbach ausgebildet wurde.  Dieser prägte im späten 19. Jahrhundert den Mythos von München als Kunststadt entscheidend mit.

Im Theresienthaler Museumsschlösschen können Paare „heiraten wie die Glasfürsten“. Wechselnde Verkaufsausstellungen heutiger Künstler sind ein weiterer Grund für Sie, liebe Gäste, das Schlösschen möglichst oft aufzusuchen. Der Eintritt ist frei. Sie entscheiden selbst, ob Sie dem privaten Betreiber für den Unterhalt des Museums eine Kleinigkeit geben möchten. Gerne werden für Gruppen auch Führungen angeboten.


Sehenswertes in unmittelbarer Nähe: Nur wenige Schritte unterhalb des Museumsschlösschens arbeitet noch heute die legendäre Kristallglasmanufaktur Theresienthal und fertigt neben modernem Design seit 1836 hochwertige Gläser wie zu König Ludwigs Zeiten. Die Glashütte kann besichtigt werden. Zwei Werksverkäufe bieten ihre hochwertige Ware zum Kauf an.
Desweiteren befindet sich im Glaspark Theresienthal ein Werksverkauf der Glashütte Nachtmann und ein Outlet Laden für Bekleidung.


Text und Foto: Marita Haller

Zwiesel interaktiv