Aktuelles - 17.05.2017

40. Internationaler Museumstag

21.05.2017

Auch das Zwieseler Waldmuseum steht am 21. Mai 2017 ganz im Zeichen des Internationalen Museumstages unter dem Motto „Spurensuche. Mut zur Verantwortung!“

Um 11 Uhr und um 14 Uhr werden bei freiem Eintritt durch die Museumsleiterin Elisabeth Vogl kostenlose Führungen durch die aktuelle Sonderausstellung angeboten. Denn gerade die Kunstausstellung „Vom Münchner Glaspalast ins Waldmuseum Zwiesel - Heinz Waltjen (1894 – 1986) Leben und Werk“ kann die Aspekte des 40. Museumstages besonders transportieren.

Das Leben und Werk Heinz Waltjens (1894 – 1986) wurde von den gravierenden politischen und sozialen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts geprägt. Vor dem Ersten Weltkrieg lernte er an der Königlichen Kunstgewerbeschule München. Nach seiner Teilnahme am Ersten Weltkrieg, in dem er schwer verwundet wurde, studierte Waltjen ab 1919 an der Münchener Akademie der bildenden Künste bei Professor Carl Johann Becker-Gundahl Zeichnen und Malen. Im Jahr 1930 folgte ein weiteres einjähriges Studium bei Julius Heinrich Bissier (1893 – 1965) in Freiburg, der dort von 1929 bis 1934 eine Malklasse leitete. Sein weiterer Lebenslauf, ab 1935 in Lindberg, später in Rabenstein, zeichnet das Schicksal vieler im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit nach.

Am Sonntag, 21. Mai 2017, feiern die Museen in Deutschland den 40. Internationalen Museumstag. Deutschlandweit laden zahlreiche Museen zu besonderen Aktionen ein. Das Motto „Spurensuche. Mut zur Verantwortung!“ stellt in diesem Jahr Themen in den Fokus, denen man mitunter lieber aus dem Weg geht, und Fragen, die sich nicht so leicht beantworten lassen. Es bringt möglicherweise Verdecktes an den Tag und spart auch die Schattenseiten der Geschichte und Gegenwart nicht aus.

Der vom Internationalen Museumsrat (ICOM) jährlich im Mai weltweit ausgerufene Tag macht auf die Bedeutung und Vielfalt der Museen aufmerksam. Alle teilnehmenden Museen und ihre Aktionen sind über den zentralen Internet-Auftritt www.museumstag.de zu finden. Als lebendige Foren der Geschichte, bieten Museen die Möglichkeit Museumsobjekten als Zeugen einer anderen Kultur oder Zeit zu begegnen. Denn jedes Objekt trägt Spuren, hat eine Geschichte und gibt Anlass für Erzählungen. Eine Stimme erhalten die Exponate im Museum. (Auszug aus der Pressemitteilung des Deutschen Museumsbundes)

Auf dem Bild links - Internierungslager Altenstadt (Inv.-Nr. 10763):
Heinz Waltjen wurde auf Grund seiner Position als „Ortspropagandaleiter von Oberzwieselau“ vom 8. August 1945 bis zum 18. Mai 1946 in den Lagern Pocking, Michelsbuch und Altenstadt interniert. 1948 und 1949 wurden Spruchkammerverfahren gegen Heinz Waltjen eingeleitet, die ihn schließlich als sog. Minderbelasteten einstuften. Als Minderbelasteter galt, wer „ohne Hauptschuldiger zu sein, zwar als Belasteter erscheint, aber eindeutig und klar erkennbar frühzeitig vom Nationalsozialismus und seinen Methoden abgerückt ist.“ Die Studie ist mit Bleistift skizziert und mit dem Desinfektionsmittel Kaliumpermanganat laviert worden.

 

 

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