Jahnstadion: Kleine Lösung, große Wirkung

Neue Umkleiden und Funktionsräume sind fertig: Das ermöglicht Schub für die Jugendarbeit

Zwiesel. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht – dabei liegen die besten Lösungen oft so nah. „Die Stadt hat das Naheliegendste verwirklicht. Vielleicht ist es so einfach gewesen, dass keiner dran gedacht hat“, zieht Stefan Schmidt, Sportbeauftragter der Stadt Zwiesel, Bilanz. Es geht um die Umkleiden im Jahnstadion, die seit Jahren vor sich hin gammelten. Zahlreiche Ideen zur Verbesserung hat es gegeben: In den vergangenen 14 Jahren war von Sanierung die Rede, von Abriss, Neubau und vielem mehr. Gescheitert ist das alles am Geld: Zu teuer. Jetzt wurde eine bessere Lösung gefunden.

Am vergangenen Wochenende hat Bürgermeister Franz Xaver Steininger zusammen mit Sportreferent Schmidt, dessen Vorgänger Ludwig Steckbauer und dem Jugendbeauftragten Andreas Lobenz den Abschluss der Arbeiten begutachtet: Die ehemalige Hausmeisterwohnung der Schule wurde umgebaut, hier wurden die neuen Funktionsräume geschaffen. Mit einem Kostenaufwand von 45.000 Euro sind die Umkleiden im Jahnstadion wieder zukunftsfähig, sind sich die vier einig. „Die gefundene Lösung ist pragmatisch, einfach, gut und vor allem finanzierbar“, sagt Steininger.

„Was hier geschaffen wurde, ist eine hervorragende Sache“, freut sich Stefan Schmidt. Mit viel Eigenleistung des Bauhofs, dem Engagement der Stadt und einem relativ einfachen Plan „kann sich das Jahnstadion wieder sehen lassen.“ Für Schule und Vereine seien wieder optimale Voraussetzungen geschaffen worden, um hier sportlich aktiv zu sein. Tatsächlich sind die neuen Funktionsräume so ausgestattet, dass sie jedem Anspruch genügen: Die alte Hausmeisterküche musste wegen Installationsarbeiten ausgebaut und wieder neu eingerichtet werden, so dass die Vereine den Verkauf von Speisen und Getränken gut organisieren können. Im Multifunktionsraum können sich die Sportler an kalten Tagen aufwärmen oder bei Fußballbetrieb die Schiedsrichter als Büro benutzen, um online ihre Spielbögen sofort weiterleiten zu können.

„Dafür habe ich drei Jahre lang gekämpft“, sagt deshalb der ehemalige Sportbeauftragte Ludwig Steckbauer. Vor allem das Drängen des SC Zwiesel sei in dieser Zeit immer lauter geworden – und das sei durchaus verständlich gewesen, angesichts der heruntergekommenen alten Anlage, für die „man sich schämen“ musste, wie der Bürgermeister bestätigt. Steckbauer ist davon überzeugt, dass die Stadt mit diesem Umbau alles richtig gemacht habe: „Das ist keine kleine Lösung, wie manche sagen. Das ist jetzt eine Umkleide mit allem Drum und Dran, die uns noch lange Zeit Freude machen wird.“

Das gilt nicht nur für die Vereine, sondern vor allem auch für die Schule. Entscheidende Verbesserung hier: Der Duschbereich wurde zweigeteilt – denn früher war es bei nur einem Duschraum nicht möglich, dass Mädchen und Jungen gemeinsam Sport am Jahnplatz haben. „Jetzt ist das Jahnstadion für die Schule uneingeschränkt nutzbar“, freut sich deshalb auch Jugendbeauftragter Lobenz. „Die Stadt hat das Notwenige getan, damit wir das Stadion wieder vernünftig nutzen können.“ Nicht nur die Duschen wurden getrennt, auch zwei separate Umkleideräume stehen jetzt zur Verfügung. Damit wurde dieses alte Problem endgültig behoben.

Bürgermeister Steininger: „Ich bin froh, dass diese völlig veralteten, unhygienischen Umkleide- und Waschräume nach 15 Jahren Diskutierens jetzt nicht mehr benutzt werden müssen. Es hat sich wieder gezeigt: Lieber  machen wir einfache und umsetzbare Lösungen, als nichts zu tun und immer nur zu diskutieren.“ So konnte die Stadt den Umbau ohne private oder öffentliche Zuschüsse verwirklichen und damit den Vereinen und der Schule wieder gute Sportmöglichkeiten schaffen. Sein Dank gelte deshalb vor allem dem Stadtbauamt und dem Bauhof, die jeweils den größten Anteil zum Gelingen des Umbaus beigetragen haben.

Was jetzt noch fehlt sind sportliche Aktivitäten im Jahnstadion. Der SC Zwiesel trägt seine Fußballspiele derzeit auf seinem eigenen Vereinsgelände aus. Wie Fußball-Spartenleiter Thomas Kagerbauer bestätigt, will man weiterhin den größten Teil der Spiele der 1. Mannschaft auf dem SC-Gelände belassen. Allerdings seien vom Verein bereits Jugendspiele im Jahnstadion beantragt worden – ebenso wie auch das Derby gegen den TSV Regen im Oktober im Jahnstadion stattfinden soll.

Grundriss
Von links nach rechts: ehem. Sportbeauftragter Hr. Ludwig Steckbauer, aktueller Sportbeauftragter Herr Stefan Schmidt, Herr 1. BGM Franz Xaver Steininger, Jugendbauauftragter Herr Andreas Lobenz

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