Glasstadt Zwiesel

Schallmauer durchbrochen: 10.000 „gefällt mir“-Klicks

Zwiesel freut sich über große Erfolge auf der Internet-Plattform facebook

Zwiesel. 10.000 Mal „gefällt mir“ haben die facebook-Nutzer auf der Seite „Zwiesel – Glasstadt im Bayerischen Wald“ gedrückt. Über diesen Erfolg freuen sich vor allem auch Bürgermeister Franz Xaver Steininger und Neue Medien-Chef Richard Windsor, die sich gleichzeitig in ihrer kontinuierlichen Arbeit im Internet allgemein und in diesem ganz speziellen Fall in den „Sozialen Netzwerken“ im Besonderen, bestätigt sehen.

In den Jahren 2012 und 2013 musste die 2011 fertig gestellte Webseite komplett neu erstellt werden, da Sie bereits bei Fertigstellung grafisch und technisch völlig veraltet war. Zeitgleich begann man mit dem Engagement in den sozialen Medien.

Enorme Grundlagenarbeit bei der Erstellung von Texten und der Bilddatenbank waren erforderlich. Das hilft jetzt enorm bei der Nutzung im Tagesgeschäft, da viele Informationen nur noch als Einzelinformation selektiert werden müssen um diese dann posten zu können. Zusammengefasst könne man sagen: Die gesamte Vorarbeit hat sich gelohnt und zahlt sich jetzt durch die Effizienz der Weiterverarbeitung aus.

Seit inzwischen vier Jahren präsentiert sich die Stadt Zwiesel auch auf der Internet-Plattform facebook. „Wir posten mindestens sieben Mal in der Woche Neuigkeiten“, erklärt Windsor. Dabei werden von Kultur, Urlaubstipps bis hin zu allgemeinen Informationen, alle Bereiche abgedeckt. Vor allem die Geheimtipps, die häufig nicht mal die Einheimischen kennen, kommen dabei sehr gut an. „Wir erhalten in diesem Bereich viele positive Rückmeldungen.“ Ein klarer Mehrwert für alle, die sich für die Glasstadt interessieren. Das sind zum einen Zwieseler Bürgerinnen und Bürger aber auch ehemalige Zwieseler, die auf dem Laufenden bleiben wollen. Natürlich liegt ein Hauptaugenmerk auf potentiellen Urlaubsgästen. Und hier zeichnen sich deutliche Zuwächse ab: „Tagesurlauber vor allem aus Bayern und dem grenznahen Tschechien gehören genauso zu unseren Fans, wie Interessenten aus Deutschland und dem weiteren europäischen Ausland“, sagt Steininger. Auch viele, die Zwiesel vorher nicht gekannt haben, sind laut Windsor erst über facebook auf den Ort aufmerksam geworden. Und wenn es in den Kommentarspalten mal Kritik gibt? In Windsors Augen auch nicht schlimm, im Gegenteil. Das bietet die Möglichkeit mit den Usern in Kontakt zu treten und Gespräche zu führen. „Konstruktive Kritik hilft uns, uns zu verbessern“, so der Neue Medien-Chef. Der Erfolg des Projekts hat dazu geführt, dass inzwischen alle wichtigen Einrichtungen, wie beispielsweise Erholungsbad und Waldmuseum auf facebook vertreten sind. Hier können auch spezielle Fragen gestellt werden, die in der Regel innerhalb einer Stunde beantwortet werden.

Bei einer facebook-Schulung in Passau erhielt Windsor viel Lob für den Auftritt der Stadt. Mit damals ca. 8.000 „gefällt mir“ hatte Zwiesel bereits einen Spitzenwert für Kommunen. Auch inhaltlich sei eine professionelle Darstellung zu erkennen. Im Gegensatz zu Produkten oder anderen Themen sei bei Kommunen eine je nach Größe abhängige, von einer natürlichen „Gefällt mir-Anzahl“ auszugehen. Im Netz seien dabei zwei Phänomene zu erkennen: Entweder der Auftritt stagniert oder er geht aufgrund der Erreichung einer großen Masse (über 10.000) salopp gesagt „durch die Decke“. Ob dieser Schneeballeffekt eintritt müsse jetzt die Zukunft zeigen.

„Natürlich beschränken wir uns bei unsere Öffentlichkeitsarbeit im weltweiten Netz nicht auf facebook“; so Steininger. Vermehrt wird auch an der Präsenz anderer sozialer Netzwerke und vor allem an der Auffindbarkeit in den beliebtesten Suchmaschinen gearbeitet.

„Wir präsentieren uns als moderner, virtueller Ort mit einem breiten Angebot. Dementsprechend werden wir unsere Kompetenz auf diesem Gebiet weiter ausbauen und auch unseren örtlichen Betrieben anbieten.“ Denn so viel ist laut Steininger sicher: Auch der stationäre Handel profitiert von den Online-Angeboten der Stadt. Ihm schwebt letztlich ein komplettes „Netzwerk Stadt“ vor. So führt die Recherche im Internet die Kunden dann letztlich auch auf den stationären Handel. Ohnehin haben laut einer Untersuchung des Handelsverbandes Deutschland Händler, die sich mit einem eigenen Shop im Internet präsentieren, eine wesentlich höhere Chance auf wirtschaftlichen Erfolg. Auch hier gelte es, Synergieeffekte zu nutzen. Letztlich gilt für Steininger: „Handel und Informationen wird es immer geben, in Zukunft aber eben anders. Die virtuelle und vernetzte Stadt wird einen noch höheren Stellenwert bekommen.“ Denn auch soviel ist laut Steininger sicher: Der Konsument der Zukunft ist ständig vernetzt. Wo früher Informationen nur auf dem einfachen, analogen Weg zu erhalten waren, nimmt schon heute das Thema „Multi-Channeling” einen immer höheren Stellenwert ein. Wo sich die Kommune noch mit Multichannel-Kommunikation und Multichannel-Marketing befasst, muss sich der Handel auch mit Multichannel-Retailing beschäftigen.

Ab 2016 wird es auch innerhalb der Verwaltung wieder eine organisatorische Neuigkeit geben, so Steininger. Die Informationen der einzelnen Abteilungen, die zum Teil an verschiedenen Stellen gesammelt und verarbeitet wurden, werden in einer wöchentlichen Redaktionssitzung zentral gesammelt, aufbereitet und dann konzentriert verteilt. Schnelle, effiziente und vor allem auch transparente Informationen für Bürgerinnen und Bürger sollen damit erreicht werden.