Deutscher Rhein hat neuen Eigentümer

Zwiesel. Bürgermeister Franz Xaver Steininger kann aufatmen. Nach dem der Stadtrat in seiner letzten Sitzung den Kauf des Gebäudekomplexes „Deutscher Rhein“ mehrheitlich gekippt hatte und die Stadtentwicklung so um Jahre zurückzuwerfen drohte, wendet sich das Blatt jetzt zum positiven: Der Unternehmer Willi Wittenzellner hat das Gebäude kurzfristig erworben und Steiniger für die kommenden Jahre freie Hand in Bezug auf die Verwendung zugesichert.

„Ich war fassungslos und schockiert, als ich von der Entscheidung des Stadtrates gehört habe“, so Wittenzellner. In seinen Augen ist das ganz klar Verhinderungspolitik. „Das Areal bietet 3200 Quadratmeter beste Fläche, es ist das markanteste Gebäude der Stadt.“ Und so setzte er sich nach Bekanntwerden des Stadtrat-Vetos in der vergangenen Woche sofort mit Steininger in Verbindung. „Wir haben die Verkaufsabwicklung hautnah begleitet und so konnte der Kaufvertrag beim Notar zwischen Herrn Wittenzellner und den Vorbesitzern, Familie Österle, am Donnerstag unterschrieben werden“, freut sich der Zwieseler Rathauschef. Um so mehr, da der neue Besitzer der Stadt völlige Handlungsfreiheit lässt. Jetzt könne man in Ruhe die Zukunft planen und alle Optionen prüfen. Die Möglichkeiten sind zahlreich: Gastronomie und Brauerei, Shopping-Center, Seniorenresidenz, Veranstaltungsmöglichkeiten, Gründerzentrum oder auch die geplante Behördenverlagerung für das Landesamt für Steuern. „Das muss die Zukunft zeigen. An der können wir jetzt mit aller Kraft basteln.“ Der Entscheidung von Willi Wittenzellner geht dabei übrigens ein klares Schlüsselerlebnis voraus: „Im Rahmen der Informationsfahrt unter anderem nach Bad Münstereifel habe ich gesehen, was möglich ist, wenn sich auch private Investoren an der Stadtentwicklung beteiligen und letztlich alle an einem Strang ziehen.“

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