Erfolgreicher Probebetrieb der Schlammentwässerung

Zwiesel. Im März 2015 ist die neue Schlammentwässerung in der Kläranlage Zwiesel, nach 4 monatiger Bauzeit in Betrieb gegangen. Es wurde die alte Kammerfilterpresse nach 35 Jahren durch zwei Schneckenpressen der Firma Huber SE aus dem bayrischen Berching ersetzt. Den Auftrag für den Einbau und die Rohrleitungstechnik erhielt die Firma Scharr Tec GmbH & Co. KG aus Neukirchen.

Die Vorversuche mit mobilen Anlagen verschiedener Hersteller, die Planung, Ausschreibung und Vergabe wurden durch den Abwassermeister der Stadt Zwiesel , Herrn Ulrich Rauch, durchgeführt. Die Überwachung der Bauausführung und Abrechnung übernahm krankheitsbedingt Stadtbaumeister Stefan Mader und das Personal der Kläranlage, v.a. der erfahrene Klärfacharbeiter Herr Josef Lohr.

Die neue Anlage entwässert den ausgefaulten Schlamm aus dem Faulturm, ca. 9000 m3 pro Jahr und reduziert die Schlammmenge unter Einsatz von synthetischen Polymeren um 80 %. Die beiden Schneckenpressen haben einen Durchsatz von bis zu 4,5 m3/h und erreichen einen Trockenrückstand von bis zu 25 %, so dass der Schlamm stichfest wird. Der personelle Aufwand und die Stromkosten haben sich gegenüber der Altanlage deutlich reduziert.

Der entwässerte Schlamm hält immer noch die Grenzwerte zur landwirtschaftlichen Verwertung ein, kann jedoch jederzeit auch in eine Verbrennungsanlage gefahren werden, sobald die Anforderungen aus der Klärschlamm- oder Düngemittelverordnung verschärft oder überschritten werden, was 2015 bereits einmal der Fall war.

Die neue Anlage wurde über die Abwassergebühren finanziert und trotz dieser Investitionen konnte die Abwassergebühr gesenkt werden. Die beauftragten Kosten für die Erneuerung der Schlammentwässerung von 315.157 € wurden sogar um 7.367 € unterschritten.

Nach einem Jahr Betrieb kann festgestellt werden, dass die Umstellung des Entwässerungsverfahren und die Sanierung der gesamten Schlammentwässerung erfolgreich war und sich das Vertrauen, dass der Bürgermeister in seine Mitarbeiter in der Kläranlage setzt, sich gelohnt hat. Durch die Eigenleistungen der städtischen Mitarbeiter konnten die Kosten für ein Planungsbüro von mindestens 40.000 € eingespart werden.

Heuer, zum 40 jährigen Bestehen der Kläranlage soll ein Tag der offenen Tür stattfinden, bei dem auch die neuen Anlagenteilen besichtigt werden können.

 

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