Ehrung örtlicher Gemeindebürger

Zwieseler Kulturpreisträger des Bayerischen Wald-Vereins


Wie einer Auflistung auf der Homepage des Bayerischen Wald-Vereins entnommen werden kann, wurde der vereinseigene Kulturpreis seit Einführung im  Jahr 1970 bislang 11 Mal an ortsansässige Bürger oder örtliche Vereine vergeben.

Im Einzelnen sind dies:

2013 – Christine und Eberhard Kreuzer
2000 – Christian Schmidt
1994 – Freie Orchestervereinigung Zwiesel
1990 – Dr. Ing. Heinz Simon
1987 – Herbert Fastner
1983 – Adalbert Pongratz
1980 – Walter Mauder
1979 – Dr. Raimund Schuster
1975 – Erhard Engelstädter
1972 – Paul Friedl
1971 – Dr. Georg Priehäußer

Christine und Eberhard Kreuzer

Verleihung des Kulturpreises anlässlich des Bayerwaldtages 2013 in Spiegelau.
Für Ihre Verdienste um die Kultur des Bayerischen Waldes wurden die Ehegatten Christine und Eberhard Kreuzer am 9. Juni 2013 mit dem Kulturpreis des Bayerischen Wald-Vereins ausgezeichnet. Christine Kreuzer wurde am 23. Februar 1948 in Zwiesel geboren. Christl Kreuzer ist eine Frau mit ausgeprägtem sozialem und politischem Engagement, ihre große Leidenschaft aber gilt von frühester Jugend an dem Theater. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern der „Zwiesler Dilettanten“ und kann als Spielleiterin auf eine zwischenzeitlich 20-jährige Erfahrung zurückblicken. Seit 2002 ist sie als ausgebildete Spielleiterin zertifiziert. Mit Gründung des Bezirksverbandes Niederbayern wurde Christl Kreuzer gleichzeitig zur Bezirksspielleiterin gewählt.
Eberhard Kreuzer wurde am 26.08.1948 in Frauenau geboren. Der gelernte Maschinenbautechniker zählt seit Jahren zu den anerkannten Autoren im Bayerischen Wald und ist gleichzeitig ein gefragter Moderator und Sprecher. Eberhard Kreuzer schreibt und erzählt in Mundart und kann mittlerweile auf mehrere erfolgreiche Buchveröffentlichungen zurückblicken. 2013 widmete sich der Autor erfolgreich dem Genre „Heimatkrimi“ und veröffentlichte mit „Mord in Buchenau“ seinen ersten Kriminalroman. Als Kulturreferent und 2. Bürgermeister der Stadt Zwiesel steht Eberhard Kreuzer seit Jahren in besonderer politischer Verantwortung.                  


Christian Schmidt

Verleihung des Kulturpreises anlässlich des Bayerwaldtages 2000 in Sankt Englmar.
In Würdigung seiner international anerkannten Arbeit als Glaskünstler erhielt der Glasgraveur Christian Schmidt am 27. Mai 2000 aus den Händen von Wald-Vereinspräsident Heinz Wölfl den Kulturpreis überreicht. Christian Schmidt wurde am 30.06.1958 in Rabenstein geboren. Er besuchte das Staatliche Bildungszentrum für Glas in Zwiesel und arbeitete anschließend bis 1985 erfolgreich in verschiedenen Betrieben als Glasgraveur. 1986 fasste er den Entschluss zur Selbständigkeit und gründete in Rabenstein eine eigene Werkstatt. Seit 1987 ist Christian Schmidt auf internationalen Ausstellungen unter anderem auch in Übersee und Japan vertreten. Seine meisterhaft gestalteten Glasobjekte werden von international bedeutenden Museen und Sammlungen, unter anderem dem Corning Museum of Glass in Corning, New York, gezeigt. Seit Eröffnung einer eigenen Graveur-Werkstatt begleiten zahlreiche Preise und Auszeichnungen den Weg des stets bescheiden gebliebenen Künstlers, der in besonderem Maße für die jüngere Generation der Glaskünstler im Bayerischen Wald steht. So wurde Christian Schmidt beispielsweise 1996 mit dem Kulturförderpreis Ostbayern ausgezeichnet. 1998 wurde ihm der Gletscherprise-Glaspreis für den Wettbewerbsbereich „Schnupftabakgläser“ zugesprochen.


Freie Orchestervereinigung Zwiesel

Verleihung des Kulturpreises anlässlich des Bayerwaldtages 1994 in Zwiesel.
Mit der Verleihung des Kulturpreises an die Freie Orchestervereinigung Zwiesel e. V. wollten die Verantwortlichen im Bayerischen Wald-Verein Zeichen setzen, denn bis 1993 war es üblich, verdiente Einzelpersonen auszuzeichnen. Mit Vergabe des Kulturpreises 1994 wurde erstmals ein Orchester geehrt. Die Verleihung des Kulturpreises erfolgte in Anerkennung der herausragenden Verdienste um die regionale Kulturpflege. Bereits 1949 wurde die Freie Orchestervereinigung Zwiesel aus der Taufe gehoben. Gründer war der Dirigent Kurt Karrasch, den es nach dem Ende des 2. Weltkrieges von Berlin nach Zwiesel verschlagen hatte. Schon kurze Zeit nach der Gründung, am 16. Juni 1949, gab das Orchester im Zwieseler Jankasaal sein erstes Konzert. Franz Schröder, Paul Prähauser, Reinhard Buchner und Michael Pollwein folgten Kurt Karrasch ab 1951 als Dirigenten nach. Seit 2006 obliegt die musikalische Leitung dem Schulmusiker Stefan Urlbauer. Mit Erfolg hat es sich die Freie Orchestervereinigung Zwiesel zur Aufgabe gemacht, talentierten Musikern aus der Region als Mitwirkende Erfahrungen im Orchesterverband zu vermitteln. Seit zwischenzeitlich mehr als 60 Jahren vereinigt die Freie Orchestervereinigung Zwiesel Musiker aus dem gesamten Mittleren Bayerischen Wald, die mit vielbeachteten Konzerten auf stets hohem Niveau die klassische Musik pflegen. 


Dr. Ing. Heinz Simon

Verleihung des Kulturpreises anlässlich des Bayerwaldtages 1990 in Neukirchen beim Heiligen Blut.
In seiner Sitzung vom 24. März hatte der Hauptausschuss einmütig beschlossen, den Kulturpreis 1990 des Bayerischen Wald-Vereins an Dr. Ing. Heinz Simon zu vergeben. Die Zuerkennung erfolgte in Würdigung seiner vorbildlichen speziellen Verdienste um das wirtschaftliche, soziale, kulturelle und gesellschaftliche Leben im Bayerischen Wald. Dr. Ing. Heinz Simon wurde am 11. Oktober 1935 in Duisburg-Hamborn geboren und trat 1968 als wissenschaftlich-technischer Mitarbeiter in die Schott Glaswerke Mainz ein. 1970 wurde Dr. Ing. Simon zum Vorstandsmitglied und 1982 zum Sprecher des Vorstandes der Schott-Zwiesel Glaswerke AG bestellt. Dr. Simon hatte maßgeblich daran Anteil, dass Schott Zwiesel in die Weltspitze der Gebrauchsglashersteller vorstieß. Doch bei all seinen unternehmerischen Entscheidungen waren stets auch die Fürsorge für die Mitarbeiter und ein besonderes soziales und gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein für die Erhaltung von Arbeitsplätzen im strukturschwachen Grenzlandwinkel Richtschnur seines Handelns. Für seine hervorragenden Verdienste um das Gemeinwohl wurde Dr. Simon bereits 1984 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 1985 erhielt er das Goldene Ehrenzeichen der Stadt Zwiesel sowie den Bayerischen Verdienstorden. Dr. Ing. Heinz Simon verstarb am 20. März 2009.            


Herbert Fastner

Verleihung des Kulturpreises anlässlich des Bayerwaldtages 1987 in Cham.
In besonderer Anerkennung seiner vorbildlichen persönlichen Leistungen und die damit verbundenen Verdienste um die Waldheimat wurde dem Postbeamten Herbert Fastner aus Zwiesel der Kulturpreis 1987 verliehen. Herbert Fastner wurde am 13. Juli 1929 in Buchwald, dem höchstgelegenen Böhmerwalddorf, als Sohn eines Waldbauern geboren. Die Liste seiner von ihm verwirklichten Ideen und tatkräftigen Unternehmungen ist lang. Herbert Fastner machte sich einen Namen als fundierter Kenner und Sammler von Schnupftabakgläsern, Hinterglasbildern und religiöser Volkskunst. Die Errichtung des Bauernmöbelmuseums Grafenau ist seiner unermüdlichen Arbeit zu verdanken. Seine Jahrzehnte lange Erfahrung mit kostbaren Gegenständen und religiöser Volkskunst hat Herbert Fastner als Forscher und Schriftsteller in vier bedeutsamen Büchern einer breiten Leserschaft anvertraut. Mit seinen „Erinnerungen an Buchwald“ hat er seinem Geburtsort in der geliebten Böhmerwaldheimat ein unvergängliches literarisches Denkmal geschaffen. Herbert Fastner verstarb nach schwerer Krankheit am 11. Juli 1987.


Adalbert Pongratz

Verleihung des Kulturpreises anlässlich des Bayerwaldtages 1983 in Deggendorf.
Adalbert Pongratz wurde am 29. Februar 1928 in Langenhettenbach, einem kleinen Bauerndorf zwischen Landshut und Regensburg, geboren. Aufgewachsen ist er im Grenzort Bayerisch Eisenstein. Ab seinem 10. Lebensjahr besuchte er die Oberrealschule in Feldafing am Starnberger See. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges arbeitete er in der großväterlichen Bäckerei in Frauenau und begann ab 1951 nebenher für die Passauer Neue Presse zu schreiben. Von 1954 bis 1990 war Adalbert Pongratz verantwortlicher Lokalredakteur für den Bayerwald-Boten in Zwiesel. Über 20 Jahre lang betreute er als Schriftleiter die Waldvereins-Zeitschrift „Der Bayerwald“ und gehörte als Gründungsmitglied von 1978 bis zu seinem Tod im Jahr 2012 der Redaktion der Zeitschrift „Schöner Bayerischer Wald“ an. Als Journalist und Schriftsteller erwarb sich Adalbert Pongratz hohes Ansehen. Die stete Fortentwicklung des Bayerischen Waldes zum Wohle seiner Bevölkerung war ihm ein zentrales Anliegen. Als Sprecher mit markanter Stimme war er ein weitum gefragter Mundartinterpret. Zum Jubiläum der Stadterhebung verfasste er 2004 das Heimatbuch „100 Jahre Stadt Zwiesel“. Neben dem Kulturpreis des Bayerischen Wald-Vereins wurde Adalbert Pongratz mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Die Stadt Zwiesel verlieh ihm 1988 das Goldene Ehrenzeichen. 2010 würdigte die Stadt Zwiesel seine Verdienste um das Gemeinwohl mit der Zuerkennung des Ehrenbürgerrechts. Nach einem erfüllten Leben verstarb Adalbert Pongratz am 6. März 2012 in Zwiesel.


Walter Mauder

Verleihung des Kulturpreises anlässlich des Bayerwaldtages 1980 in Tittling.
Walter Mauder, am 6. Dezember 1913 als Sohn von Professor Bruno Mauder, Direktor der Glasfachschule Zwiesel, und seiner Ehefrau Ella in Zwiesel geboren, besuchte zunächst die Oberrealschulen in Passau und Regensburg. Von 1933 bis 1936 studierte er an der Akademie für angewandte Kunst in München. Nach seinem Studium kehrte Walter Mauder nach Zwiesel zurück, um fortan als freischaffender Künstler zu arbeiten. 1944 begann er seine Lehrtätigkeit an der Glasfachschule Zwiesel. Drei Jahre später wurde er zum Mitbegründer der Künstlervereinigung „Donau-Wald-Gruppe“, mit der er an zahlreichen Ausstellungen teilnahm. Mit Vorliebe widmete sich Walter Mauder der Wandmalerei. Er besaß ein hohes Maß an handwerklichen Fähigkeiten und setzte diese im Bereich der Kunst am Bau erfolgreich ein. Hiervon gibt eine Vielzahl von Wandmalereien im gesamten süddeutschen Raum eindrucksvoll Zeugnis. Dass sein künstlerisches Werk Anerkennung fand, spiegeln die ihm zuerkannten Auszeichnungen wider. Neben dem Kulturpreis des Bayerischen W-Vereins erhielt Walter Mauder 1980 unter anderem das Bundesverdienstkreuz und das Siegel der Stadt Passau. 1998 wurde der Künstler mit dem Kulturpreis des Landkreises Regen geehrt. Walter Mauder verstarb am 31. Dezember 1999.            


Dr. Raimund Schuster

Verleihung des Kulturpreises anlässlich des Bayerwaldtages 1979 in Langdorf.
Dr. Raimund Schuster wurde am 12. März 1914 in Frühbus bei Karlsbad im Egerland geboren und musste nach dem 2. Weltkrieg das schwere Schicksal der Heimatvertreibung erleiden. Nach dem Krieg ließ er sich zunächst als praktischer Arzt in Edenstetten nieder. Im Jahre 1959 übersiedelte er nach Zwiesel und trat gleichzeitig der örtlichen Sektion des Bayerischen Wald-Vereins bei. Von der ersten Stunde an brachte sich Dr. Schuster aktiv in das Zwieseler Sektionsgeschehen ein, wurde Ausschussmitglied, Kulturreferent und schließlich 1. Vorsitzender. 1973 wurde Dr. Schuster zum Geschäftsführenden Vorsitzenden des Hauptvereins gewählt. Und auch hier leistete er wertvolle Vereinsarbeit. Dr. Schuster richtete in Zwiesel eine leistungsfähige Geschäftsstelle ein und organisierte Hauptausschusssitzungen und Bayerwaldtage. Unermüdlich trieb er die Erweiterung und Modernisierung des Falkenstein-Schutzhauses voran. Seine besondere Vorliebe galt stets der Förderung des kulturellen Lebens sowie der Erhaltung und Pflege überlieferten Kulturgutes und heimatlichen Brauchtums. Nebenher entwickelt sich Dr. Raimund Schuster zu einem der profiliertesten Forscher auf dem Gebiet der Hinterglasmalerei in ganz Ostbayern. Als Autor erwarb er sich mit seinen Büchern über die Hinterglasmalerei bleibende Verdienste. Dr. Raimund Schuster verstarb am 29. November 1999.       


Erhard Engelstädter

Verleihung des Kulturpreises anlässlich des Bayerwaldtages 1975 in Drachselsried.
Für seine besonderen Verdienste um die Erhaltung der Bayerwaldlandschaft erhielt der Forstmann Erhard Engelstädter aus den Händen von Regierungspräsident Dr. Gottfried Schmid 1975 den Kulturpreis des Bayerischen Wald-Vereins. Erhard Engelstädter wurde am 13.01.1916 in Unterwiesenthal im Erzgebirge geboren. Nach ersten beruflichen Stationen in Altötting und Nürnberg erfolgte am 17. Mai 1957 seine Versetzung nach Zwiesel, wo er als Amtsvorstand des damaligen Forstamtes Zwiesel-West eingesetzt wurde. 1969 zum Forstdirektor ernannt, war Erhard Engelstädter bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1981 Leiter des Forstamtes Zwiesel neuer Ordnung. Zähigkeit, Willenskraft, Temperament, Entschlossenheit und Selbstbewusstsein zeichneten den Menschen Erhard Engelstädter aus, der neben seiner beruflichen Inanspruchnahme hochaktives Mitglied im Bayerischen Wald-Verein und langjähriger Geschäftsführer des Naturparks Bayerischer Wald war. Gerade in seiner Tätigkeit als Naturpark-Geschäftsführer richtete Erhard Engelstädter sein Augenmerk auf die Entwicklung einer touristischen Infrastruktur. Auf seine Initiative hin entstanden unter anderem Kinderspielplätze, Wildgehege und Waldsportpfade. Die Stadt Zwiesel verlieh ihm aufgrund seiner Verdienste 1981 das Goldene Ehrenzeichen. Erhard Engelstädter verstarb am 22.01.2011.                  


Paul Friedl

Verleihung des Kulturpreises anlässlich des Bayerwaldtages 1972 in Zwiesel.
Paul Friedl wurde am 22. Mai 1902 in Pronfelden bei Spiegelau als das 7. von insgesamt 12 Kindern geboren. 1905 zog die Familie nach Zwiesel, wo dem jungen „Baumsteftenlenz“ erstmals Musikunterricht erteilt wurde. Eigene Melodien und Liedtexte ließen schon bald sein großes Talent erkennen. Als Volkssänger und Liedsammler wurde er in der Folgezeit wegweisend. Ab 1927 gehörte er als freier Mitarbeiter dem Bayerischen Rundfunk an, allein mehr als 100 Couplets entstammen seiner Feder. Auf seine Initiative hin folgte 1939 die Gründung des Volksmusik-Wanderpreises „Zwieseler Fink“, dessen Austragung unverändert einen Meilenstein im jährlichen Kulturreigen der Stadt Zwiesel darstellt. Paul Friedl erweckte die Arberkirchweih zu neuem Leben und war Mitbegründer des Grenzlandfestes. Die Bandbreite der von ihm ausgeübten Berufe reichte vom einfachen Sägearbeiter bis hin zum profilierten Lokalredakteur. Nach dem Eintritt in den Ruhestand ging Paul Friedl vollends in seiner schriftstellerischen Begabung auf. 32 Romane, 26 volkskundliche Werke und ungezählte kleinere Schriften und Beiträge entstanden. Die Liste der ihm zuerkannten Ehrungen und Auszeichnungen ist lang: Er erhielt unter anderem den Bayerischen Verdienstorden, das Bundesverdienstkreuz am Bande, sowie das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Die Stadt Zwiesel verlieh ihm das Goldende Ehrenzeichen und das Ehrenbürgerrecht. Paul Friedl verstarb nach einem erfüllten Leben am  22. Januar 1989 in Zwiesel. Ihm zu Ehren wurde am Grenzlandfestplatz Zwiesel die Baumsteftenlenzstraße benannt.               


Dr. h. c. Georg Priehäußer

Verleihung des Kulturpreises anlässlich des Bayerwaldtages 1971 in Cham.
„Anschauung ist das Fundament aller Erkenntnisse“ – so lautete das Credo des am 22. Januar 1894 in Landshut geborenen Lehrers und Naturwissenschaftlers Dr. Georg Priehäußer. Nach dem 1. Weltkrieg kam er als Hilfslehrer in den Bayerischen Wald. Nach ersten Berufsjahren in Zwiesel folgte 1923 seine Versetzung an die Volksschule Regenhütte. 1934 kehrte er an die Volksschule Zwiesel zurück. In den Jahren 1948 – 50 unterrichtete Dr. Priehäußer als Oberlehrer an der Mädchenschule Viechtach. Als 1950 die Bayerische Staatsforstverwaltung den verdienten Schulmann in den Forstdienst übernahm, konnte Dr. Priehäußer an der „Forschungsstelle für forstliche Vegetationskunde“ sein Steckenpferd zum Beruf machen. Seine Arbeit konzentrierte sich fortan auf forstbodenkundliche, pflanzensoziologische und glazialmorphologische Forschungen im Gebiet des Mittleren Bayerischen Waldes. Er veröffentlichte insgesamt 87 wissenschaftliche Arbeiten und machte sich bundesweit einen Namen als Standortkundler und Quartärgeologe. 1954 verlieh ihm die naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Erlangen den Ehrendoktortitel. 1960 folgte die Verleihung des Bayerischen Verdienstordens. Die Stadt Zwiesel ernannte Dr. Priehäußer 1973 zum Ehrenbürger. Nach einem arbeitsreichen Leben verstarb der verdiente Schulmann und Naturwissenschaftler am 18. August 1974 in Zwiesel. Noch im gleichen Jahr benannte die Stadt Zwiesel ihm zu Ehren eine Straße.  

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