Aktuelles - 25.04.2016

Das Erbe von Professor Edgar Lüscher lebt bis heute fort – Es ist ein Juwel, das es zu pflegen gilt

Beeindruckende Feier mit zahlreichen Ehrengästen für 40 Jahre Lehrerfortbildung in Zwiesel

Zwiesel. Herzlichkeit, Freude und Kompetenz prägten die Feier für 40 Jahre Lehrerfortbildung in Zwiesel, die nach dem Begründer Prof. Dr. Edgar Lüscher benannt wurde. 40 Jahre stehen auch für die vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München (TUM), den Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Niederbayern, dem Gymnasium Zwiesel und den international anerkannten Referenten. Schon längst sind die meist langjährigen Teilnehmer zu einer Familie zusammengewachsen. In Würdigung dieser überregional anerkannten hochwertigen Veranstaltung gab die Technische Universität München eine ansprechende Festschrift heraus, die alle Anwesenden erhielten. 

Die Freude war Bürgermeister Franz Xaver Steininger ins Gesicht geschrieben, als er am Freitagnachmittag im Kulturzentrum/Waldmuseum das 40. Edgar Lüscher Seminar mit zahlreichen Beteiligten und Ehrengästen eröffnete. Die Stadt Zwiesel gab in Anerkennung dieser hochkarätigen Veranstaltung im großen Saal des Kulturzentrums einen festlichen Empfang. „Das Edgar Lüscher Seminar ist seit 40 Jahren eine Institution. Neben Edgar Lüscher sowie dem Mitbegründer und Vorort-Organisator Horst Hacker, den nachfolgenden Organisatoren Günther Haller und jetzt Claus Starke mit seinem Organisationsteam sind es natürlich in aller erster Linie die Verantwortlichen Herren von der Technischen Universität München, die dem Seminar mit ihrer hervorragenden Reputation von Anfang an ein professionelles Erscheinungsbild verliehen haben. Besonderer Dank gilt vor allem auch den hochkarätigen Referenten, die Freude daran haben, ihr Wissen mitzuteilen und zu vermitteln“, betonte der Bürgermeister.

Staatssekretär Bernd Sibler bezeichnete das Edgar Lüscher Seminar „als Leuchtturm der Lehrerfortbildung im Fach Physik“. Es zeige beispielhaft, wie der Wissenstransfer von den Universitäten in die Schulen gelingen kann. Sibler lobte diese langjährige wichtige Veranstaltung als „unverzichtbare Unterstützung für die Schüler beim Übergang vom Gymnasium, an die Universität und in den Beruf auch unter dem Aspekt, dass die Schüler – richtig vorbereitet – sicher sein können, das Richtige zu studieren“. In diesem Zusammenhang hob er auch die Studienberatung der TUM am Freitagvormittag am Gymnasium Zwiesel hervor.

Anselm Räde, Leitender Oberstudiendirektor als Ministerialbeauftragter für die Gymnasien in Niederbayern, bemerkte treffend: „Prof. Dr. Edgar Lüscher war ein Staunender, der seine Liebe zur Physik an seine Studenten weitergeben wollte. Aber auch die bereits fertig ausgebildeten Physiker sollten Teil haben am Verständnis der Forschungen und an den Errungenschaften der modernen Physik. Staunende Physiklehrer, die Kenntnisse über die aktuelle Forschung haben, und begeistert darüber berichten können, sind  Garanten dafür, dass sich junge Menschen für die Physik dauerhaft interessieren“, zeigte sich Räde überzeugt.

„Dass das Gymnasium Zwiesel traditionell der Gastgeber für das Seminar ist, ist auch dem Landkreis Regen eine große Ehre“, betonte Landrat Michael Adam und blickte zurück auf die Zeit, als er selbst noch Schüler am Gymnasium war und seine Lehrer Horst Hacker und Günther Haller bereits das Edgar-Lüscher-Seminar organisierten. „Es ist eine bahnbrechende und großartige Leistung, was hier vor 40 Jahren entstanden ist“, meinte der Landrat voller Respekt. 

Für Prof. Dr. Winfried Petry - zusammen mit Prof. Dr. Peter Müller-Buschbaum ist er der Wissenschaftliche Leiter des Edgar-Lüscher-Seminars – ist der Grund für die „unglaublich erfolgreiche Fortbildungs-Veranstaltung für Physiklehrer“, dass sie sich „in jedem Jahr neu erfindet und nicht einfach wiederholt oder kopiert“. Petry betonte, dass jedes Jahr ein anderes aktuelles Thema aus der Physik oder aus einem verwandten breiteren Umfeld aufgegriffen wird. Jede Veranstaltung knüpfe an ein aktuelles Thema an und sei somit einzigartig, erklärte Petry stolz und verdeutlichte das nicht Alltägliche: „Die Experten aus den Universitäten, aus Max-Planck-Instituten und von den Großforschungseinrichtungen gehen zu den Lehrern ans Gymnasium Zwiesel in den Bayerischen Wald“. 

Nach einem appetitlich angerichteten Buffet, zu dem die Stadt Zwiesel eingeladen hatte, überraschten Musiklehrer Stefan Urlbauer und Prof. Dr. Walter Schirmacher, der 22 Jahre lang der Wissenschaftliche Leiter des Lüscher Seminars war, die Anwesenden mit einem mit Leidenschaft vorgetragenen musikalischen Rückblick auf 40 Jahre Edgar-Lüscher-Erfolgsgeschichte, wofür sie lang anhaltenden Applaus erhielten. Diese Liebeserklärung an Zwiesel „Ich fahre so gerne nach Zwiesel und das schon seit 40 Jahren“, hatte Schirmacher selbst getextet. Den Refrain sangen alle 70 Anwesenden. Für die Probe waren Prof. Dr. Walter Schirmacher und seine Gattin Sieglinde bereits einen Tag vor der Feier nach Zwiesel gereist.

Viel Applaus erhielt auch Laudator Günther Haller, der von Anfang an mit dabei und nach Horst Hacker die Hauptorganisation des Edgar-Lüscher-Seminars angetreten hatte. Als Mann der ersten Stunde vor 40 Jahren kannte er den Werdegang des Seminar-Erfolgs wie kein anderer und so konnte er auch in einer ansprechenden Power Point Präsentation seine Rede mit Fotos hinterlegen. Ein großes Anliegen war ihm die Würdigung der Leistungen seiner mittlerweile verstorbenen Kollegen Wolfgang Achatz und Horst Hacker, die vom Edgar-Lüscher-Seminar nicht wegzudenken sind. Haller betonte, dass alle Organisatoren von jeher großen Wert darauf gelegt haben und noch legen, dass sich durch eine freundschaftliche Betreuung die Referenten und Lehrer vor Ort in Zwiesel wohl fühlten.

Alle Redner dankten den Beteiligten für ihren enormen jahrelangen Einsatz herzlich. Der aktuelle Hauptorganisator vor Ort, Claus Starke, überrasche u.a. auch die langjährigen Helfer mit einem Blumenstrauß. Für die wunderbare musikalische Umrahmung des Festabends sorgte der Kurs Volksmusik Plus vom Gymnasium Zwiesel unter der Leitung von Roland Pongratz mit Madeleine Wilke, Christophe Fiorito, Veronika Schwarz und Andreas Schmid.

Bis Sonntagmittag hörten dann etwa 70 zum großen Teil weit angereiste Physiklehrer und interessierte Gäste die lehrreichen Vorträge der Referenten zum Thema „Biophysik“. Für das nächste Jahr wurde das Thema „Astrophysik und Kosmologie“ (28. bis 30. April 2017) gewählt.

Text und Foto: Marita Haller

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